Freiwillige Feuerwehren Visselhövede

Gefahrgutlage in Hiddingen durch auslaufende Betriebsstoffe nach Verkehrsunfall

Datum: 10.02.2020 
Alarmzeit: 6:32 Uhr 
Alarmierungsart: Digitaler-Melde-Empfänger & Sirene 
Art: Hilfeleistung  
Einsatzort: Hiddingen 
Mannschaftsstärke: 35 
Fahrzeuge: ELW 1 Visselhövede , HLF 20/16 Visselhövede , KdoW Stadtbrandmeister , MTW Visselhövede , RW 2 LK Rotenburg (Wümme) , TLF 16/24 Visselhövede , TSF Schwitschen , TSF-W Hiddingen  
Einheiten: Ortsfeuerwehr Hiddingen, Ortsfeuerwehr Schwitschen, Ortsfeuerwehr Visselhövede 
Weitere Kräfte: Polizei , Rettungswagen  


Einsatzbericht:

Hiddingen den 10.02.20 (sk). Mit dem Sturmtief „Sabine“, dass in der Nacht zum Montag nach der Unwetterbereitschaft mit vier Einsätzen noch zwei weitere Bäume auf Straße den Visselhöveder Ortswehren bescherte, sollte es mit der Alarmierung am Montag morgen gegen 6:32 Uhr mit dem Stichtwort: „THS – Auslaufende Betriebsstoffe nach Verkehrsunfall“ auf der L171 in Hiddingen die Ortswehren Hiddingen, Schwitschen und Visselhövede noch einmal auf den Schirm rufen.

Beim Eintreffen der der ersten Einsatzfahrzeuge konnte nach direkter Lagererkundung durch die erstalarmierten Ortswehren Hiddingen und Schwitschen und dem Stadtbrandmeister folgendes festgestellt werden:
Es handelte sich um einen Tanklastzug beladen mit Flüssiggas. Dieser war aufgrund einer Windböe rechts von der Fahrbahn in den aufgeweichten Seitenstreifen abgekommen und rechter Schräglage abgesackt. Der Fahrer blieb unverletzt.
Vor dem kompletten Umkippen bewahrt wurde der, mit bei hoher Konzentration in der Luft explosionsfähiges entzündbares Gefahrgut belade Tanklastzug, durch einen dort befindlichen Baum.
Durch diesen Baum aber wurden die Armaturen der kompletten rechten Seite des Fahrzeuges beschädigt. Im ersten Moment der Lage konnte weiterhin festgestellt werden das kleine Mengen Flüssiggas durch den Wechsel der Aggregatzustände sichtbar entwichen. Somit wurde umgehend der Absperrbereich der Feuerwehr, zum Schutz der Einsatzkräfte, Autofahrer sowie Passanten zu beiden Seiten der L171 nochmals erheblich erweitert.
Die Ortsfeuerwehr Visselhövede, an dem der Rüstwagen mit Gaswarnmessgerät stationiert ist, wurde per Vollalarm nachalarmiert.
Kurze Zeit später konnte die brisante Lage allerdings durch die zahlreichen mechanischen Sicherheitsvorschriften am Tanklastzug gemindert werden. Bei dem austretenden Flüssiggas handelte es sich nur noch um geringe Restmengen aus dem Rohr- und Pumpensystem, da das Sicherheitsventil des eigentlichen Tanks sofort automatisch geschlossen wurde.
Der von den Ortswehren Schwitschen und Hiddingen aufgebaute dreifache Löschangriff wurde für die Dauer des Einsatzes trotzdem zur Sicherheit beibehalten.

Als weitere Maßnahmen wurde ein Spezialabschleppunternehmen angefordert und der Bauhof für weiterführende Umleitungsmaßnahmen hinzugezogen. Um die Bergung des im Seitenraum abgesackten Tanklastzuges zu erleichtern wurde das Flüssiggas des 20.000 Liter fassenden Tanks mittels eines zweiten Tanklastzuges umgepumpt.
Die Bergungsarbeiten und somit die Sperrung der L171 in Hiddingen zogen sich insgesamt von früh morgens bis um kurz nach 11:00 Uhr hin.
Die Einsatzstelle wurde anschließend nach Beendigung der damit ebenfalls abgeschlossenen Feuerwehrlage an die Bundesstraßenmeisterei übergeben.

Im Einsatz befanden sich 35 Kräfte mit 8 Einsatzfahrzeugen, der Rettungsdienst, die Polizei sowie Stadtbranmeister Kai-Olaf Häring. Letzterer hätte sich seinen Geburtstag beginnend mit Sturmtief Sabine und abschließend mit dieser Lage wohl etwas ruhiger gewünscht.

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